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Die unsichtbare Verhandlung im Führungsalltag


"Wer glaubt, Führung brauche keine Verhandlung, überschätzt seine Autorität."


Allenfalls hast du das Folgende, oder ähnliches, schon einmal erlebt?

Eine Führungskraft überträgt einem Mitarbeiter eine Aufgabe. Ziel und Termin sind klar.


Der Mitarbeiter schlägt einen anderen Lösungsweg vor. Die Führungskraft hört ihn an und entscheidet: „Mach es bitte so, wie wir es bisher gemacht haben.“


„Okay.“


Damit wäre alles geklärt. Die Führungskraft hat entschieden und der Mitarbeiter wird seinen Auftrag vermutlich erledigen.


Vielleicht ging es ihm aber gar nicht nur um den besseren Lösungsweg. Vielleicht waren ihm Gestaltungsspielraum und die Möglichkeit wichtig, seine Erfahrung einzubringen. Mit dem „Okay“ hat er den Auftrag angenommen. Ob er ihn mit derselben Initiative und dem gleichen Engagement ausführt, ist damit noch nicht gesagt.


Führungskräfte verfügen über formale Autorität. Wir können Aufgaben übertragen, Ziele setzen und die Erfüllung vereinbarter Pflichten erwarten.


Nur reicht diese Autorität nicht besonders weit, wenn wir mehr erwarten als Dienst nach Vorschrift.


Mitdenken, Eigeninitiative, Flexibilität oder zusätzliche Verantwortung lassen sich kaum verordnen.


Aus dieser Perspektive wird im Führungsalltag erstaunlich viel verhandelt. Nur selten am Verhandlungstisch und über wesentlich mehr als Lohn, Arbeitszeit oder Arbeitsort.


Oberhalb des selbstverständlichen Fundaments einer professionellen Beziehung beginnt ein Austausch, dessen Währung individuell ist.


Für den einen zählt Gestaltungsspielraum, für einen anderen Entwicklung, Anerkennung oder Zeit.


Eine Frage finde ich dabei hilfreich:


💡Um welche Währung geht es gerade?


Das bedeutet nicht, dass Führung für jede zusätzliche Leistung eine Gegenleistung anbieten muss. Und ja, Mitarbeitende erhalten einen Lohn. Der stellt zunächst die vereinbarte Leistung sicher.


Wer darüber hinaus Initiative, besonderes Engagement oder zusätzliche Verantwortung erwartet, sollte sich aber fragen, was die Führungsbeziehung für diesen Menschen an Wert bietet.


Und zwar aus seiner Perspektive, nicht aus meiner.


Wenn ich mir von jemandem mehr Einsatz oder Eigeninitiative wünsche, lohnt sich deshalb ein Blick auf das Austauschverhältnis, bevor ich mangelnde Motivation beklage oder meine Autorität stärker einsetze.


Was erwarte ich gerade zusätzlich? Und kenne ich die Währung meines Gegenübers?


🌱Führung ist kein Tauschgeschäft. Menschen entscheiden aber sehr wohl, wie viel von ihrem Können, ihrer Erfahrung und ihrer Initiative sie tatsächlich einbringen.


🔎Reflexionsimpuls

Wo versuche ich über Autorität etwas zu erreichen, das ein tragfähiges Geben und Nehmen braucht, und kenne ich die Währung meines Gegenübers?

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