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The Interview Case

4. Sept.
2 Min. Lesezeit

Ein Unternehmen hat einen neuen Mitarbeitenden eingestellt und diesen zwei weiteren Bewerbenden deutlich vorgezogen. Leider hat der Mitarbeitende zum Ende der Probezeit gleich wieder gekündigt.


Gut, das kommt vor und die Probezeit soll ja auch Klarheit bringen. Nur leider ist dies in letzter Zeit sehr häufig passiert, zu häufig.


Also entschliesst sich das Unternehmen, eine Task Force einzuberufen und hat seine fähigsten Vertreter in diese berufen: Meine Teilnehmenden.


Ihre Aufgabe ist es nun, anhand des aktuellen Falles zu untersuchen, ob in der Rekrutierung etwas falsch läuft und Massnahmen zu erarbeiten, um insbesondere die Qualität der Gespräche mit den Bewerbenden zu optimieren.


"The Interview Case"

So beginnt das neue Format eines von mir entwickelten Halbtagesworkshops, welchen ich in dieser Woche gleich zweimal durchführen durfte.


Der Workshop dient dazu, die Kompetenzen erfahrener Führungsverantwortlicher rund um Interviews mit Bewerbenden aufzufrischen, zu reflektieren und mit neuen Impulsen weiterzuentwickeln. So weit, so gut und eigentlich nichts Spezielles.


Dieser Workshop folgt jedoch einer Storyline. Einer fiktiven, aber sehr realistischen Rahmengeschichte, welche die Teilnehmenden durch den gesamten Prozess führt.


Dabei beschäftigen wir uns mit Auswahlkriterien, Gesprächsarten und Strukturen, wirkungsvollen Fragen und kognitiven Verzerrungen, welche unsere Urteile beeinflussen. Auch diagnostische Hilfsmittel und die Entscheidungsfindung werden Teil der Untersuchung.


Der Fall entwickelt sich laufend weiter. Neue Informationen kommen hinzu, Hindernisse tauchen auf und Entscheidungen müssen hinterfragt werden. Die Teilnehmenden wenden die Methoden dadurch nicht isoliert an, sondern innerhalb eines zusammenhängenden und realistischen Falls.


Und dies schafft einen entscheidenden Merhwert.


Die Rahmengeschichte gibt dem Format nicht einfach eine spannende Komponente. Sie schafft Situationen, welche die Teilnehmenden aus ihrer eigenen praktischen Welt kennen.


Dadurch können sie sich in den jeweiligen Moment der Geschichte hineinversetzen, müssen Entscheidungen treffen, ihre Vorgehensweise reflektieren und erleben unmittelbar deren Auswirkungen. Wissen und Methoden werden damit in einem Kontext angewendet, welcher sehr nahe an ihrer eigenen Rekrutierungsrealität liegt.


Und genau diese Nähe zur eigenen Praxis stärkt den entscheidenden Schritt: Den Transfer aus dem Workshop zurück in den Führungsalltag.


Mit den beiden Durchführungen dieser Woche, den bestärkenden, konstruktiven Rückmeldungen der Teilnehmenden und meinen eigenen Erkenntnissen konnte ich das Format nochmals verbessern und schärfen.


Dabei hat sich für mich erneut bestätigt, dass eine glaubwürdige Rahmengeschichte einen spannenden Unterschied machen kann, wenn sie die Teilnehmenden nicht nur lernen, sondern erleben lässt.

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