top of page

Mit den täglichen Feedbacks umgehen!


Jeden Tag kommunizieren wir mit anderen Menschen, sei es in der Partnerschaft, mit Freunden oder bei der Arbeit. Dabei erhalten und geben wir laufend Feedback und das nicht einmal immer bewusst oder erwünscht. Gerade diese Rückmeldungen haben das Potential Konflikte zu entfachen, Missverständnisse zu schüren und Beziehungen zu belasten. Sie können aber auch Beziehungen stärken, sich gegenseitig unterstützen und für Zuversicht sorgen. Es hängt erheblich davon ab wie wir Feedback geben oder es annehmen.

Sowohl Kritik als auch Lob beeinflussen unsere emotionale Interpretation der Rückmeldung und bestärken unsere Art der Reaktion. Wie wir reagieren, stellt wiederum ein Feedback dar und provoziert eine Art der Reaktion, wie auch immer diese ausfallen mag. So kann sich schnell ein Kreislauf bilden, der sich in gegenseitigen Rückmeldungen emotional hoch schaukelt.

Feedbacks sind eine Art der Einflussnahme auf unser Gegenüber. Dies kann in der Absicht liegen, die eigene Haltung und Meinung auszudrücken aber auch die Handlungen und Haltungen anderer zu beeinflussen. Es handelt sich um individuelle Wahrnehmungen, die einander gegenüber gestellt werden. Hinter diesen wiederum stehen unsere persönlichen Werte. Bezieht sich ein Feedback auf uns persönlich, unsere Überzeugungen oder Handlungen dann wird unser Selbstbild mit einem Fremdbild konfrontiert. Wie wir diesem Vergleich grundsätzlich gegenüberstehen bestimmt erheblich, ob er konstruktiv genutzt werden kann oder zu destruktiven Zuständen führt und gar als Angriff interpretiert wird.

Ich habe lange selbst im Verkauf gearbeitet. Wie in allen Dienstleistungsbranchen begegnete mir praktisch täglich die Arbeit mit Feedback. Sei es nun an mich gerichtet oder von mir an andere adressiert. Rückblickend habe ich eine erstaunliche Entwicklung über die Jahre vollzogen in welchen es mir gelang, praktisch jegliche Art von Feedback, egal wie emotional, als eine konstruktive Möglichkeit zu betrachten. Doch wie ist mir dies gelungen?

Dieser Wandel basiert auf verschiedenen Säulen:

  1. Es wurde mir bewusst, dass Rückmeldungen jeglicher Art immer auf einer individuellen Wahrnehmung basieren. Keiner der Wahrnehmungen, auch meine eigene nicht, können für sich in Anspruch nehmen die absolute Wahrheit darzustellen. Damit bietet jedes Diskrepanz die Möglichkeit neue Erkenntnisse zu gewinnen, zu lernen und mich zu entwickeln. Ich habe mir also eine positive Grundhaltung zu jeglicher Art von Feedback geschaffen. Ausserdem akzeptiere ich die Wahrnehmung meines Gegenübers, welches mir die Sicht auf mögliche gemeinsame Interessen eröffnet, welche die Lösung des Problems begünstigen.

  2. Natürlich war auch ich mit emotionalen Angriffen auf meine Person konfrontiert. Sich hier nicht emotional provozieren zu lassen stellt für mich einen starken Faktor dar die Kontrolle über das Gespräch zu behalten und Eskalationen verhindern zu können. Dabei habe ich mir bewusst gemacht, dass jegliche persönliche Angriffe auf einer individuellen Meinung basieren und als solche noch keine Bedeutung über die Haltung der Person hinaus haben. Erst indem ich darauf reagiere, gebe ich dem Feedback eine Bedeutung, lasse ich es nicht an mich heran, bedeutet es lediglich die Meinung einer Einzelperson. Ob etwas für mich Gültigkeit hat, entscheide ich letztlich mit meiner Reaktion drauf, es liegt also in meiner Kraft.

  3. Indem ich mich in meinem Feedback ebenfalls darauf besinne, dass es sich um eine Wahrnehmung handelt, argumentiere ich aus einer ICH-Perspektive. Statt Aussagen wie: "Es ist…", "Du bist…" oder "Du hast" nehme ich Angriffsfläche heraus indem ich mit "Ich habe den Eindruck…", Es scheint für mich…." oder "Ich würde mir wünschen….." agiere. Damit richte ich keine direkte Aussage oder Behauptung an mein Gegenüber und kann das bei Bedarf auch extra herausstreichen. Zudem unterscheide ich klar von dem Menschen und der eigentlichen Problemlage. Ich adressiere also nicht die Person für sich, sondern den Sachverhalt oder das Verhalten. Der Mensch für sich ist unantastbar.

  4. Dadurch, dass ich mich nicht auf die emotionale Komponente und die potentiellen Vorwürfe konzentrieren, kann ich Aggression aus dem Gespräch nehmen und es auf eine Lösung lenken. Schon grundsätzlich halte ich mich nicht gerne mit der Problembewirtschaftung und der Schuldfrage auf sondern lenke die Aufmerksamkeit auf einen Lösungsansatz. Indem ich nicht emotional reagiere, behalte ich auch die Kontrolle über das Gespräch.

Indem wir versuchen unsere Wahrnehmung anderen aufzuzwingen, schaffen wir nährhaften Boden für Konflikte und emotionale Eskapaden. Das gilt nicht nur für uns in unserem alltäglichen Zusammenleben, sondern beispielsweise auch auf der weltpolitischen Bühne. Dafür gibt es immer wieder zahlreiche tragische Beispiele.

Die positive Haltung und der richtige Umgang mit Feedback eröffnen uns vielerlei Nutzen. Wir werden gelassener und können destruktive Unterhaltungen in eine konstruktivere Richtung leiten, die zu Lösungen führt. Wir erweitern unsere Kenntnisse und unser Wissen, indem wir uns die Wahrnehmung des Gegenübers bewusst machen und eröffnen uns wertvolle Rückmeldungen für unser Entwicklungspotential.

Als Coach unterstütze ich DICH, deinen eigenen Umgang mit Feedbacks besser zu verstehen und eine konstruktive Haltung zu entwickeln. Sei es allgemein oder in Bezug auf einen spezifischen Konflikt. Indem du lernst Feedback konstruktiv zu geben, kannst du emotionale Situationen beruhigen und deine Wahrnehmung gelassener vertreten.

47 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page